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Smartwatch und Gesundheit: Was Puls-, Sauerstoff- und Schlafmessung wirklich können

Nahaufnahme einer Smartwatch am Handgelenk, ein Finger liegt an der Krone, das Display zeigt eine EKG-Kurve mit Warnsymbol.KI-generiert

Aktualisiert am 28. Oktober 202617 Min. Lesezeit

Was eine Smartwatch misst und wie

Smartwatches sind längst Alltag. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2024 nutzen 36 Prozent der Menschen in Deutschland eine Smartwatch, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 64 Prozent. Gut jeder dritte Nutzer misst damit Gesundheitsdaten.

Die meisten Werte stammen aus drei Arten von Sensoren:

  • Optischer Sensor: Auf der Rückseite der Uhr leuchten kleine Lichtquellen in die Haut. Ein Sensor misst, wie sich das zurückkommende Licht mit jedem Herzschlag verändert. Daraus berechnet die Uhr den Puls, Hinweise auf einen unregelmäßigen Rhythmus und bei vielen Modellen die Sauerstoffsättigung. Fachleute nennen das Photoplethysmographie.
  • Elektrischer Sensor: Uhren mit EKG-Funktion messen die elektrischen Signale des Herzens. Dafür legen Sie einen Finger der anderen Hand auf die Krone oder eine Elektrode, meist für etwa 30 Sekunden. So entsteht ein Ein-Kanal-EKG.
  • Bewegungssensoren: Sie erfassen Schritte, Aktivität und Bewegungen im Schlaf.

Entscheidend ist der Unterschied zwischen Wellness-Funktionen und Medizinprodukten. Manche Funktionen sind geprüft und zugelassen, um gesundheitliche Hinweise zu geben. Andere dienen laut Hersteller ausdrücklich nur der allgemeinen Fitness:

FunktionWie gemessenEinordnung
Puls in Ruhe und bei Belastungoptischallgemeine Messung, Genauigkeit je nach Hersteller unterschiedlich
Warnung bei unregelmäßigem Rhythmusoptischbei einzelnen Herstellern als Medizinprodukt zugelassen
EKGelektrischbei mehreren Herstellern in der EU als Medizinprodukt zugelassen
Sauerstoffsättigungoptischbei den meisten Herstellern ausdrücklich keine medizinische Funktion
Schlafdauer und SchlafphasenBewegung und PulsSchätzung
Hinweise auf SchlafapnoeBewegung bzw. optischbei einzelnen Herstellern zugelassen, keine Diagnose
Hinweise auf BluthochdruckoptischEinige Uhren melden sich bei Anzeichen für Bluthochdruck, ohne einen Wert anzuzeigen. Andere zeigen Werte an, müssen dafür aber regelmäßig mit einem Oberarmgerät abgeglichen werden. Eine Diagnose ersetzt beides nicht.

Gut zu wissen: Wellness-Funktion oder Medizinprodukt?

Ob eine Funktion als Medizinprodukt zugelassen ist, steht in der Gebrauchsanweisung oder auf den Hilfeseiten des Herstellers, meist unter dem Stichwort „Zweckbestimmung“. Dort steht auch, für wen eine Funktion gedacht ist und für wen nicht. Manche Warnfunktionen sind zum Beispiel nicht für Menschen vorgesehen, bei denen die Erkrankung bereits festgestellt wurde.

Fitnessarmband, Smartwatch oder Ring?

Neben klassischen Uhren gibt es schmale Fitnessarmbänder und Ringe. Beim Schlaf schneiden Armbänder, Uhren und Ringe in Studien ähnlich ab, einzelne Geräte etwas besser. Wichtiger als die Bauform ist deshalb, welche Funktionen ein Gerät hat und ob sie zugelassen sind. Eine EKG-Funktion bieten zum Beispiel längst nicht alle Modelle.

Herz: Puls, EKG und Vorhofflimmern

Puls: In Studien messen viele Smartwatches den Puls recht genau. Eine große Übersichtsarbeit mit 158 Studien zeigte aber, dass die Genauigkeit je nach Hersteller und Modell unterschiedlich ausfällt. Viele Uhren melden sich auf Wunsch, wenn der Ruhepuls längere Zeit ungewöhnlich hoch oder niedrig ist.

Warnung bei unregelmäßigem Rhythmus: Einige Uhren prüfen im Hintergrund mit dem optischen Sensor, ob der Puls auffällig unregelmäßig ist. Zwei sehr große Studien haben das untersucht:

StudieTeilnehmendeWie viele bekamen eine Warnung?Wie oft lag die Uhr richtig?
Apple Heart Study (2019)rund 419.0000,5 Prozentin 84 Prozent der Fälle bestätigte sich Vorhofflimmern
Fitbit Heart Study (2022)rund 456.0001 Prozentin 98 Prozent der Fälle bestätigte sich Vorhofflimmern

Wenn die Uhr warnt, steckt also oft tatsächlich Vorhofflimmern dahinter. Umgekehrt gilt laut Hersteller: Fehlt eine Warnung, heißt das nicht, dass keine Erkrankung vorliegt. Die Uhr misst nur, wenn Sie still sitzen oder liegen.

EKG: Uhren mit EKG-Funktion zeichnen auf Knopfdruck ein Ein-Kanal-EKG auf. Das ist besonders wertvoll, wenn Sie Herzrasen oder Herzstolpern spüren. Die Kurve hält den Rhythmus genau in diesem Moment fest, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann sie später auswerten. Manchmal zeigt sich dabei, dass hinter den Beschwerden etwas anderes steckt als gedacht. Die europäische Leitlinie erkennt Ein-Kanal-EKGs als Nachweis für Vorhofflimmern an. Die europäische und die deutsche Leitlinie erkennen ein Ein-Kanal-EKG von mindestens 30 Sekunden als Nachweis an, wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Kurve beurteilt hat. Die automatische Auswertung der Uhr allein reicht nicht.

Die EKG-Funktion hat klare Grenzen. Laut Apple erkennt sie zum Beispiel keinen Herzinfarkt, wertet nur Herzfrequenzen zwischen 50 und 150 Schlägen pro Minute aus und kann andere Rhythmusstörungen als Vorhofflimmern nicht einordnen. Bei Brustschmerzen ist deshalb immer die 112 der richtige Weg, nicht die Uhr.

Hinweise auf Bluthochdruck: Einige neuere Uhren werten den optischen Sensor über 30 Tage aus und melden sich, wenn Anzeichen für Bluthochdruck vorliegen. Einen Blutdruckwert zeigen sie dabei nicht an. In der Validierungsstudie des Herstellers erkannte die Funktion nur etwa 41 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck. Fehlt die Warnung, ist Ihr Blutdruck also nicht automatisch in Ordnung. Gemessen wird er weiterhin mit einem Blutdruckmessgerät.

Mehr über Vorhofflimmern, seine Formen und die Behandlung lesen Sie in unserem Artikel Vorhofflimmern: Ursachen, Symptome und Behandlung.

Sauerstoffsättigung: was die Uhr kann und was nicht

Die Sauerstoffsättigung (SpO₂) gibt an, wie viel Prozent des roten Blutfarbstoffs mit Sauerstoff beladen sind. Bei gesunden Menschen liegt sie laut Apple typischerweise zwischen 95 und 100 Prozent, im Schlaf etwas niedriger. Für Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD ist dieser Wert besonders wichtig.

Viele Smartwatches messen die Sättigung inzwischen mit. Die großen Hersteller schreiben aber ausdrücklich, dass diese Funktion nicht für medizinische Zwecke gedacht ist, sondern für Fitness und Wohlbefinden. Apple weist selbst darauf hin, dass die Uhr auch unter idealen Bedingungen nicht immer zuverlässige Ergebnisse liefert. Kalte Hände, Tattoos am Handgelenk und Bewegung können die Messung stören. Eine Ausnahme bilden einzelne Modelle, deren Sauerstoffmessung als Medizinprodukt zugelassen ist.

Wie genau sind die Uhren? Die Studienlage zeigt ein gemischtes Bild:

  • In einer Studie mit 100 Menschen mit COPD oder Lungenfibrose lag eine Smartwatch im Mittel nah an einem Finger-Pulsoximeter. Einzelne Messungen wichen aber um mehrere Prozentpunkte ab, eher nach oben.
  • Gerade im kritischen Bereich unter 90 Prozent gibt es kaum Daten, weil in den Studien nur wenige Teilnehmende so niedrige Werte hatten.
  • In einem Test, bei dem gesunden Freiwilligen die Sättigung gezielt gesenkt wurde, wichen einzelne Uhren je nach Modell um bis zu sieben bis acht Prozentpunkte vom Referenzgerät ab.

Und das Finger-Pulsoximeter?

Auch kleine Pulsoximeter für den Finger sind nicht automatisch genau. In einer Studie mit elf günstigen Fingergeräten lagen fünf deutlich daneben. Bei dunkler Hautfarbe waren die meisten Geräte ungenauer. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA rät deshalb, sich nie allein auf den Messwert zu verlassen, sondern immer auch auf Beschwerden zu achten.

Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen empfiehlt, Ihre Sättigung zu Hause zu kontrollieren, ist ein als Medizinprodukt gekennzeichnetes Pulsoximeter die bessere Wahl als eine Uhr mit Wellness-Funktion. Fragen Sie nach, welches Gerät geeignet ist und wann Sie messen sollen.

Wichtig für Menschen mit Sauerstofftherapie

  • Ihre Sauerstofftherapie richtet sich nach der ärztlichen Verordnung, nicht nach dem Wert auf der Uhr. Flussrate und tägliche Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei der Langzeit-Sauerstofftherapie sind laut deutscher Leitlinie mindestens 15 Stunden pro Tag vorgesehen.
  • Verordnet wird die Therapie auf Grundlage einer Blutgasanalyse. Eine Pulsoximeter-Messung allein reicht dafür laut Leitlinie nicht aus.
  • Erhöhen Sie die Flussrate nicht eigenmächtig. Bei manchen Menschen mit Lungenerkrankung kann zu viel Sauerstoff einen gefährlichen Anstieg von Kohlendioxid im Blut begünstigen oder eine nachlassende Atmung verschleiern.
  • Zeigt Ihre Uhr bei Belastung immer wieder niedrige Werte, ist das ein guter Anlass, den Sauerstoff wie verordnet zu nutzen, zum Beispiel ein mobiles Sauerstoffgerät, und mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen.
  • Bei blauen Lippen, Verwirrtheit oder starker Atemnot rufen Sie sofort die 112, egal was die Uhr anzeigt.

Studien zeigen übrigens, dass viele Menschen ihren Sauerstoff kürzer nutzen als verordnet. In einem dänischen Register erreichten nur 59 Prozent die empfohlenen mindestens 15 Stunden am Tag. Eine Zahl am Handgelenk kann helfen, die eigene Situation realistischer einzuschätzen. Mehr zur Therapie lesen Sie in unserer Einführung zur Sauerstofflangzeittherapie.

Schlaf: Schlafphasen, Atemaussetzer und Schlafapnoe

Schlafdauer und Schlafphasen: Wie lange und wie tief Sie geschlafen haben, schätzt die Uhr aus Bewegung und Puls. Eine Studie aus dem Jahr 2025 verglich sechs Geräte mit einer Messung im Schlaflabor. Ob jemand schläft, erkannten alle Geräte gut. Wachphasen im Bett wurden dagegen oft übersehen, und die einzelnen Schlafphasen stimmten nur mäßig mit dem Schlaflabor überein. Die angezeigte Gesamtschlafzeit wich bei den meisten Geräten deutlich ab. Für den eigenen Rhythmus über Wochen kann das trotzdem aufschlussreich sein. Einzelne Nächte sollten Sie aber nicht überbewerten.

Hinweise auf Schlafapnoe: Einige Uhren können inzwischen auf mögliche Atemaussetzer im Schlaf hinweisen. In Deutschland sind solche Funktionen zum Beispiel bei Apple und Samsung verfügbar. Sie sind für Erwachsene gedacht, bei denen noch keine Schlafapnoe festgestellt wurde. In der Validierungsstudie von Apple erkannte die Funktion eine schwere Schlafapnoe in 89 Prozent der Fälle, eine mittelschwere aber nur in 43 Prozent. Leichte Formen wurden in dieser Auswertung nicht betrachtet. Bleibt die Meldung aus, ist eine Schlafapnoe also nicht ausgeschlossen.

Die Diagnose stellt das Schlaflabor. Nach der deutschen S3-Leitlinie wird eine Schlafapnoe mit einer Polygraphie (eine Messung zu Hause mit mehreren Sensoren) oder einer Polysomnographie im Schlaflabor gesichert. Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin hält fest, dass Schlaf-Tracker keine Diagnose ersetzen, das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt aber unterstützen können.

Zeigt Ihre Uhr häufig unruhige Nächte, meldet sie Hinweise auf Atemaussetzer, oder sagt Ihr Partner, dass Sie laut schnarchen und nachts kurz aufhören zu atmen? Dann lohnt sich eine Abklärung. Wie sie abläuft, lesen Sie in unseren Artikeln zu Schlafapnoe und zum Schlaflabor.

Der Nutzen im Alltag

Auch ohne Diagnose kann eine Smartwatch etwas bewirken. Der vielleicht am besten belegte Nutzen ist ganz alltäglich: mehr Bewegung. Eine große Übersichtsarbeit wertete 39 Studienübersichten mit insgesamt rund 164.000 Teilnehmenden aus. Wer einen Aktivitätstracker nutzte, ging im Schnitt rund 1.800 Schritte und etwa 40 Minuten mehr pro Tag zu Fuß und nahm etwa ein Kilogramm ab. Die Autoren halten die Belege für ausreichend, um solche Geräte zu empfehlen.

Auch bei COPD gibt es Hinweise: In einer Auswertung von 21 Studien bewegten sich Menschen mit Tracker im Schnitt um rund 850 Schritte am Tag mehr. Der Effekt hielt allerdings oft nicht lange an. Am meisten brachte der Tracker in Kombination mit Begleitung, etwa einem Coaching oder einer Lungenreha.

Darüber hinaus kann eine Uhr helfen,

  • den eigenen Körper besser kennenzulernen, zum Beispiel wie sich der Puls bei Hitze, nach schlechtem Schlaf oder bei Belastung verhält,
  • Veränderungen über Wochen zu erkennen, etwa einen dauerhaft erhöhten Ruhepuls,
  • Beschwerden im richtigen Moment festzuhalten, zum Beispiel mit einer EKG-Aufzeichnung,
  • besser vorbereitet zum Arzttermin zu gehen. Wer nur wenige Male im Jahr einen Kontrolltermin hat, kann so zeigen, wie es zwischen den Terminen lief.

Wichtig dabei: Die Uhr liefert Hinweise und Verläufe, keine Diagnosen. Am meisten nützt sie, wenn Sie die Werte als Anlass für ein Gespräch nehmen und nicht als Urteil.

Grenzen und Kehrseiten

So nützlich eine Smartwatch sein kann, sie ist nicht für jeden das Richtige. Diese Punkte sollten Sie kennen:

  • Messfehler: Optische Messungen reagieren empfindlich auf Bewegung, Kälte, ein locker sitzendes Armband oder Tattoos. Ein einzelner ungewöhnlicher Wert ist deshalb noch kein Grund zur Sorge.
  • Fehlalarme und unnötige Arztbesuche: An der Mayo Clinic in den USA wurde ausgewertet, warum Menschen wegen ihrer Smartwatch ärztliche Hilfe suchten. Nur bei 30 von 264 Patienten, also rund 11 Prozent, fand sich eine Herzdiagnose, die eine Behandlung nach sich zog.
  • Angst und ständiges Kontrollieren: In einer amerikanischen Studie mit Menschen mit Vorhofflimmern beschäftigten sich Smartwatch-Nutzer stärker mit ihren Beschwerden und suchten häufiger ärztliche Hilfe. Rund jeder Fünfte reagierte auf Warnmeldungen mit Angst. Auch in der Bitkom-Umfrage gaben 40 Prozent an, sich durch die vielen Körperdaten unter Druck gesetzt zu fühlen. Beim Schlaf beschreiben Schlafmediziner sogar, dass der Wunsch nach „perfekten“ Schlafwerten den Schlaf selbst verschlechtern kann.
  • Datenschutz: Daten zu Ihrer Gesundheit gehören nach der Datenschutz-Grundverordnung zu den besonders geschützten Daten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fand 2025 bei allen zehn untersuchten medizinischen Wearables Sicherheitslücken, allerdings keine kritische. Prüfen Sie in den Einstellungen, welche Daten gespeichert und mit wem sie geteilt werden.

Wenn Sie merken, dass Sie ständig auf die Uhr schauen und sich dadurch eher beunruhigt als sicher fühlen, dürfen Sie Benachrichtigungen ausschalten oder die Uhr auch einmal ablegen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Messungen für Sie wirklich sinnvoll sind.

Mit chronischer Erkrankung: So nutzen Sie die Uhr sinnvoll

Wer mit einer Herz-, Lungen- oder Schlaferkrankung lebt, kann von einer Smartwatch besonders profitieren, wenn sie gezielt eingesetzt wird. Am wichtigsten ist ein kurzer Plan, den Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen:

  1. Was soll ich messen? Zum Beispiel ein EKG bei Herzrasen oder die Sättigung nach Belastung.
  2. Wann soll ich messen? Bei Beschwerden, zu festen Zeiten oder nur in bestimmten Situationen.
  3. Ab welchen Werten soll ich mich melden? Und was tue ich bis dahin?
  4. Wie bringe ich die Daten mit? Viele Apps können Aufzeichnungen als Datei exportieren. Eine vollständige EKG-Kurve sagt mehr als ein Bildschirmfoto mit dem Wort „Vorhofflimmern“.

Je nach Erkrankung gibt es dabei Besonderheiten:

  • Vorhofflimmern: Nutzen Sie die EKG-Funktion bei Beschwerden und speichern Sie die Aufzeichnung. Ein verordneter Blutverdünner wird nie nach der Anzeige der Uhr abgesetzt. Mehr dazu in unserem Artikel zu Vorhofflimmern.
  • COPD und Sauerstofftherapie: Die Uhr kann zeigen, wie Ihre Sättigung im Alltag schwankt. Ihre Therapie richtet sich aber nach der Verordnung. Soll die Sättigung zu Hause regelmäßig kontrolliert werden, ist ein zugelassenes Pulsoximeter die verlässlichere Wahl.
  • Schlafapnoe mit CPAP-Therapie: Ob Ihre Therapie wirkt, zeigt nicht die Uhr, sondern Ihr Therapiegerät. Es zeichnet unter anderem auf, wie lange Sie es nutzen. Bei vielen Geräten können diese Daten auch an Ihren Versorger übertragen werden, mehr dazu in unserem Artikel zu ResMed AirView.

Wann Sie sofort die 112 rufen

Bei Brustschmerzen, starker Atemnot, blauen Lippen, Ohnmacht, plötzlicher Verwirrtheit oder Zeichen eines Schlaganfalls wie einer plötzlichen Lähmung oder Sprachstörung rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Verlassen Sie sich in dieser Situation nicht auf die Anzeige Ihrer Uhr und verlieren Sie keine Zeit mit weiteren Messungen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Welche Uhr die richtige ist, hängt davon ab, wofür Sie sie nutzen möchten. Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Welche Funktionen brauche ich wirklich? Reicht mir ein Überblick über Schritte, Puls und Schlaf, oder möchte ich zum Beispiel ein EKG aufzeichnen können?
  • Sind die Gesundheitsfunktionen als Medizinprodukt zugelassen? Das steht in der Gebrauchsanweisung oder auf den Hilfeseiten des Herstellers.
  • Sind die Funktionen in Deutschland freigeschaltet? Manche Gesundheitsfunktionen gibt es nur in bestimmten Ländern.
  • Für wen ist die Funktion gedacht? Viele Funktionen haben eine Altersgrenze oder sind nicht für Menschen mit bereits bekannter Erkrankung vorgesehen.
  • Passt die Uhr zu meinem Smartphone? Nicht jede Uhr funktioniert mit jedem Handy.
  • Hält der Akku lange genug? Wer seinen Schlaf erfassen möchte, muss die Uhr auch nachts tragen.
  • Ist sie bequem genug für Tag und Nacht? Und lassen sich Display und Bedienung gut ablesen und bedienen?
  • Wie geht der Hersteller mit meinen Daten um? Wo werden sie gespeichert, und kann ich selbst entscheiden, was geteilt wird?

Ein teures Modell ist nicht automatisch das bessere. Für viele reicht ein einfaches Gerät, um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Wer eine bestimmte Erkrankung im Blick behalten möchte, sollte vor dem Kauf mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, welche Funktionen dafür sinnvoll sind.

Häufige Fragen (FAQ) zu Smartwatch und Gesundheit

Wie genau misst eine Smartwatch die Sauerstoffsättigung?

Im normalen Bereich liegen viele Uhren im Mittel nah an einem Pulsoximeter. Einzelne Messungen können aber um mehrere Prozentpunkte abweichen. Für den Bereich unter 90 Prozent gibt es kaum verlässliche Daten. Die meisten Hersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Sauerstoffmessung keine medizinische Funktion ist.

Kann eine Smartwatch Schlafapnoe erkennen?

Einige Uhren können auf mögliche Atemaussetzer hinweisen. Schwere Formen erkennen sie dabei deutlich besser als mittelschwere. Eine Diagnose ist das nicht: Ob eine Schlafapnoe vorliegt, klärt eine Untersuchung zu Hause mit mehreren Sensoren oder im Schlaflabor.

Kann eine Smartwatch Vorhofflimmern erkennen?

Viele Uhren können Hinweise auf Vorhofflimmern geben, und Modelle mit EKG-Funktion können eine Episode aufzeichnen. In großen Studien bestätigte sich Vorhofflimmern meist, wenn die Uhr gewarnt hatte. Die Diagnose stellt aber immer eine Ärztin oder ein Arzt anhand des EKGs.

Fitnessarmband oder Smartwatch: Was ist besser?

Beim Schlaf liefern Armbänder und Uhren in Studien ähnliche Ergebnisse. Der größere Unterschied liegt in den Funktionen: Ein EKG oder zugelassene Warnfunktionen bieten meist nur Smartwatches. Was Sie brauchen, hängt davon ab, wofür Sie das Gerät nutzen möchten.

Lohnt sich eine Smartwatch für die Gesundheit?

Für viele ja, vor allem als Motivation: Studien zeigen, dass Menschen mit Aktivitätstracker sich im Schnitt deutlich mehr bewegen. Wer dagegen merkt, dass ihn die vielen Werte eher beunruhigen, profitiert womöglich weniger. Eine Uhr ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Ersetzt die Smartwatch mein Pulsoximeter oder meine Sauerstofftherapie-Kontrollen?

Nein. Wenn Ihnen ärztlich geraten wurde, Ihre Sättigung zu kontrollieren, ist ein als Medizinprodukt zugelassenes Pulsoximeter die verlässlichere Wahl. Ihre Sauerstofftherapie richtet sich weiterhin nach der ärztlichen Verordnung und nicht nach dem Wert auf der Uhr.

Smartwatch, Sauerstoff- und Schlaftherapie: Wann nova:med weiterhilft

Eine Smartwatch kann ein guter Begleiter sein. Wenn aus Hinweisen eine Diagnose wird, braucht es aber medizinische Geräte und eine verlässliche Versorgung.

Sauerstoff: Wird bei Ihnen eine Sauerstoff-Langzeittherapie verordnet, versorgt nova:med Sie mit stationären und mobilen Sauerstoffkonzentratoren oder Flüssigsauerstoff, inklusive Einweisung und Service. Für die Überwachung zu Hause führt nova:med außerdem ein medizinisches Pulsoximeter, das Sättigung und Puls fortlaufend misst. Welche Lösung für Sie passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Schlaf: Bestätigt sich nach Hinweisen Ihrer Uhr im Schlaflabor eine Schlafapnoe, begleitet nova:med Sie bei der Schlafapnoe-Therapie, von der Einweisung in Gerät und Maske bis zum regelmäßigen Austausch des Zubehörs.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Versorgung? Dann sind wir persönlich für Sie da.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Bitkom: Consumer Technology 2024 (Pressemitteilung vom 03.09.2024): bitkom.org
  • Fuller D et al.: Reliability and Validity of Commercially Available Wearable Devices for Measuring Steps, Energy Expenditure, and Heart Rate: Systematic Review. JMIR Mhealth Uhealth 2020;8(9):e18694. doi:10.2196/18694
  • Perez MV et al.: Large-Scale Assessment of a Smartwatch to Identify Atrial Fibrillation (Apple Heart Study). N Engl J Med 2019;381:1909–1917. doi:10.1056/NEJMoa1901183
  • Lubitz SA et al.: Detection of Atrial Fibrillation in a Large Population Using Wearable Devices: The Fitbit Heart Study. Circulation 2022;146(19):1415–1424. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.122.060291
  • Van Gelder IC et al.: 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation. Eur Heart J 2024;45(36):3314–3414. doi:10.1093/eurheartj/ehae176
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  • Apple: Informationen zur EKG-App: support.apple.com · Blutsauerstoff-App: support.apple.com · Validierung der Bluthochdruck-Mitteilungen (2025): apple.com · Validierung der Schlafapnoe-Mitteilungen (2024): apple.com
  • Samsung: Schlafapnoe-Funktion mit CE-Kennzeichnung (2025): samsungmobilepress.com · Hinweise zur Sauerstoffmessung: samsung.com
  • Garmin: Pulse Ox – Hinweise zur Zweckbestimmung: garmin.com · EKG-App in der EU (2025): Presseinformation
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  • Deutsches Ärzteblatt: Bundesamt warnt vor Sicherheitslücken bei Wearables (18.02.2025): aerzteblatt.de

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