Was ist eine Sauerstofflangzeittherapie?
Sauerstofflangzeittherapie (engl. LTOT) bedeutet, dass Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen – z. B. COPD, Lungenfibrose, Lungenemphysem – täglich stundenlang zusätzlichen Sauerstoff einatmen, um den dauerhaft niedrigen Sauerstoffgehalt (Hypoxämie) im Blut anzuheben.
Dank moderner mobiler Sauerstoffkonzentratoren wie der Philips Rove 6 oder der Drive iGo 2 lässt sich die Therapie heute viel flexibler gestalten als früher mit schweren Stahlflaschen. Die Geräte filtern Stickstoff aus der Umgebungsluft, liefern hochkonzentrierten O2 (≈ 90 %) und sind Akku‑ oder netzbetrieben. So bleibt Bewegung, Reisen und Teilnahme am Alltagsleben möglich – ein enormer Gewinn an Lebensqualität.
Video: Mobiler Sauerstoffkonzentrator iGo2 einfach erklärt
Mobile Konzentratoren vs. traditionelle Systeme
| Merkmal | Mobile Konzentratoren (z. B. Rove 6, iGo 2) | Flüssigsauerstoff/Flasche |
|---|---|---|
| Gewicht | ≈ 2–3 kg (Rove 6 ≈ 2,2 kg) | Tragbare Dewar‑Behälter 3–5 kg / 5‑l‑Flasche > 6 kg |
| Nachfüllaufwand | Keine Lieferung nötig – Umgebungsluft | Regelmäßige Lieferungen / Umfüllen |
| Laufzeit | Akku 4‑8 h (puls), Netz‑ & Autoadapter | Begrenzt durch Füllvolumen |
| Reisen/Flug | FAA‑/EASA‑zulässige Modelle | Flüssigsauerstoff im Flugzeug verboten |
Der Umgang mit Rove 6 & iGo 2 im Alltag
1. Richtige Flow‑Einstellung
Der verordnete Flow (z. B. 2 l/min Dauer‑ oder Pulsstufe 3) wird vom Arzt nach Belastungs‑SpO2‑Test festgelegt. Rove 6 liefert Pulsstufen 1–6, der iGo2 1–5. Beide besitzen Smart‑Dose‑Technik, die bei höherer Atemfrequenz automatisch mehr O2 abgibt.
2. Akku‑Management
- Voll laden (ca. 3 h) → bis zu 8 h Laufzeit (Puls 2).
- Ersatzakku oder Kfz‑Ladegerät mitnehmen.
- Bei Flugreisen Akkus im Handgepäck transportieren (IATA‑Vorschrift).
3. Hygiene & Wartung
- Nasenbrille: Alle 2 Wochen wechseln
- Filter: Grobfilter wöchentlich ausklopfen; HEPA‑/Siebfilter laut Hersteller (meist 6–12 Mon.) tauschen.
- Gerät außen feucht abwischen, nie eintauchen.
4. Sicherheitstipps
- Nicht rauchen! O2 fördert Brandgefahr.
- Gerät aufrecht betreiben, Lüftungsschlitze frei halten.
- Kein Dauerbetrieb im engen, schlecht belüfteten Auto ohne Fensterkippe.
5. Bewegung & Sport
Dank nur gut 2–3 kg Gewicht können Nutzer Spaziergänge, Einkäufe und Lungensport absolvieren. Trage‑Optionen: Umhängetasche, Rucksack, Trolley. Beim Rove 6 sorgt ein Vibrations‑Alarm für Hinweis, wenn der Atemzug nicht erkannt wird (z. B. bei Mundatmung) – bei körperlicher Anstrengung hilfreich.
Reisen & Flugtauglichkeit
Viele Airlines akzeptieren nur FAA/EASA gelistete Geräte. Sowohl Philips Rove 6 als auch Drive iGo 2 sind in der Regel zugelassen. Vorgehen:
- Mind. 48 h vor Abflug MEDIF‑Formular einreichen.
- Ausreichend Akkus (Flugzeit × 1,5) im Handgepäck mitführen.
- Falls Dauerfluss > 3 l/min nötig → Fluglinie vorher kontaktieren, ob tragbare Flaschen an Bord erlaubt sind.
Auch Bahn‑ und Kreuzfahrtreisen sind möglich. Wichtig: Steckdosen‑Verfügbarkeit, ggf. Inverter für Auto‑12 V nutzen.
Vorbeugung & Selbsthilfe
- Nikotinstopp – verbessert O2-Aufnahme.
- Impfungen gegen Influenza & Pneumokokken.
- Atemphysiotherapie, Lungensport 2×/Woche.
- Gewichtsoptimierung um Sauerstoffbedarf zu reduzieren.
- Ernährungsberatung: Eiweißreich, Vitamin‑ & mineralstoffreich, aber kohlenhydratbewusst, um CO2‑Last gering zu halten.
Häufige Fragen (FAQ) zur mobilen Sauerstofftherapie
Wie laut sind Rove 6 oder iGo 2?
Etwa 37–40 dB (leises Gespräch). Im Schlafzimmer wird das als kaum störend empfunden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja – viele Krankenkassen haben dafür eine Pauschale und die Kosten werden übernommen.
Kann ich das Gerät im Flugzeug mitführen?
Je nach Airline dürfen Netzadapter genutzt werden. Viele Airlines schalten Steckdosen während Start/Landung ab. Darum Reserveakkus mitführen.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel zur Sauerstofflangzeittherapie (LTOT) und mobilen Konzentratoren (z. B. Rove 6, iGo 2) dient der allgemeinen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Anwendung, Flow‑Einstellungen und Reisetauglichkeit müssen mit dem behandelnden Facharzt und dem Home‑Care‑Versorger abgestimmt werden. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit oder Aktualität.