Kurze Pausen im Schlaf klingen harmlos, aber wie viele davon gelten noch als unbedenklich?
Bei Erwachsenen gilt ein Wert unter 5 Atemaussetzern pro Stunde als unauffällig. Von einer obstruktiven Schlafapnoe spricht man ab 15 Ereignissen pro Stunde. Sie liegt auch dann vor, wenn der Wert bei 5 oder mehr liegt und zusätzlich Beschwerden oder Begleiterkrankungen bestehen, zum Beispiel ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Bluthochdruck. Die Zahl allein entscheidet also nicht.
Gezählt werden dabei zwei Arten von Ereignissen: Apnoen (der Atemfluss versiegt für mindestens 10 Sekunden nahezu vollständig) und Hypopnoen (der Atemfluss geht für mindestens 10 Sekunden um mindestens 30 Prozent zurück, zusammen mit einem messbaren Sauerstoffabfall im Blut oder einer kurzen Weckreaktion). Ohne eines dieser beiden Begleitmerkmale wird eine Hypopnoe nicht mitgezählt. Zusammengenommen ergeben sie einen Durchschnittswert pro Stunde, den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI).
Dieser Wert hilft Ärztinnen und Ärzten, die Situation einzuordnen und eine Therapie zu empfehlen.
Wichtig: Der Messwert schwankt von Nacht zu Nacht. Lage im Bett, Alkohol, Erkältungen oder eine verstopfte Nase können die Zahl der Aussetzer kurzfristig erhöhen. Deshalb zählt immer das Gesamtbild: Schnarchen, Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen am Morgen oder Konzentrationsprobleme sind zusätzliche Hinweise, dass Ihre Atmung im Schlaf nicht stabil ist.
Was ein erhöhter Wert bedeutet. Ein erhöhter AHI ist kein Notfall, aber ein Grund zur Abklärung. Bleibt eine Schlafapnoe unbehandelt, belastet der wiederholte Sauerstoffabfall Herz und Kreislauf. Fachgesellschaften nennen unter anderem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko als mögliche Folgen. Welche Folgen eine unbehandelte Schlafapnoe haben kann, haben wir gesondert zusammengefasst.
Liegt Ihr Wert bei 5 oder darüber oder sind die Beschwerden deutlich, lohnt sich ein Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Moderne Therapien, etwa mit CPAP, können die Atmung im Schlaf stabilisieren. Viele Betroffene berichten von besserem Schlaf und mehr Leistungsfähigkeit im Alltag.
Der Wert auf Ihrem CPAP-Gerät. Wenn Sie bereits mit CPAP versorgt sind, zeigt Ihr Gerät ebenfalls einen Wert pro Stunde an. Dafür gilt ein anderer Maßstab als bei der Diagnose: Ziel der Einstellung ist ein verbleibender Wert unter 5 Ereignissen pro Stunde. Beachten Sie dabei, dass Ihr Gerät den Atemfluss auswertet und nicht Ihren Schlaf misst. Die Zahl auf dem Display ist deshalb eine Schätzung und kann von der Auswertung im Schlaflabor abweichen. Eine Diagnose lässt sich daraus nicht ableiten. Bleibt Ihr Wert dauerhaft erhöht, kann eine undichte Maske eine Ursache sein. Wie Sie eine Maskenleckage erkennen und beheben, erklären wir gesondert, ebenso wann eine Kontrolle Ihrer Therapie sinnvoll ist.