Was ist eine akute Bronchitis?
Akute Bronchitis bezeichnet eine kurzfristige Entzündung der Bronchien, also der großen Atemwege in der Lunge. Meist entsteht sie durch Viren (z. B. Erkältungs- oder Grippeviren), seltener durch Bakterien. Typisches Kennzeichen ist ein quälender Husten, der anfangs oft trocken und schmerzhaft ist und nach einigen Tagen in einen produktiven Husten (mit Auswurf) übergeht. Die Erkrankung hält in der Regel bis zu zwei Wochen an und heilt bei sonst gesunden Erwachsenen meist ohne Folgeschäden aus.
Eine akute Bronchitis kann im Rahmen einer Erkältung („grippaler Infekt“) auftreten oder unabhängig davon. Sie ist eine der häufigsten Infektionen der Atemwege und tritt besonders in den kälteren Monaten auf. Es gibt Unterschiede zur Lungenentzündung, bei der das Lungengewebe (Alveolen) betroffen ist, während bei der akuten Bronchitis „nur“ die Bronchialschleimhaut entzündet ist. In manchen Fällen können sich diese Entzündungen ausweiten oder überlappen. Wichtig ist, dass bei anhaltendem Fieber, schwerer Atemnot oder ausgeprägter Schwäche eine ärztliche Abklärung erfolgt, um mögliche Komplikationen auszuschließen.
Die Therapie besteht meist in symptomatischer Linderung: ausreichend trinken, Inhalationen, Hustenstiller bei Reizhusten oder Schleimlöser bei produktivem Husten. Antibiotika sind selten nötig, da Viren die Hauptauslöser sind. Ausnahmen sind bakteriell überlagerte Fälle oder Risikopatienten mit höherer Komplikationsgefahr. Insgesamt ist die akute Bronchitis eine harmlosere Erkrankung als eine Pneumonie, kann aber lästig und langwierig (10–14 Tage) sein. Bestimmte Risikogruppen (z. B. chronisch Kranke, Ältere) sollten trotzdem achtsam sein, um keine Folgeschäden zu riskieren.
Video: Akute Bronchitis einfach erklärt
Ein kurzes Video veranschaulicht, wie eine akute Bronchitis entsteht, warum Viren und Bakterien eine Rolle spielen und welche Hausmittel helfen können:
Ursachen und Risikofaktoren einer Bronchitis
In den meisten Fällen ist die akute Bronchitis viral bedingt. Häufige Virustypen sind Rhinoviren, Coronaviren (die Erkältungs-Coronaviren, nicht zwingend SARS-CoV-2), Influenza-Viren, RSV (Respiratory Syncytial Virus) oder Parainfluenza-Viren. Dabei gelangen die Erreger über Tröpfcheninfektion in den Rachen, wandern in die Bronchien und lösen dort eine Entzündung aus. Diese Entzündung macht sich durch Reizhusten, Schleimproduktion, evtl. leichte Temperaturerhöhung oder Krankheitsgefühl bemerkbar.
Bakterielle Bronchitiden kommen vor, sind aber seltener und treten oft als Superinfektion auf, wenn die Bronchialschleimhaut bereits durch Viren vorgeschädigt ist. Häufig beteiligte Bakterien sind Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis. Ein weiterer – sehr seltener – Erreger ist Bordetella pertussis (Keuchhusten), der sich ebenfalls als hartnäckiger Husten äußern kann.
Risikofaktoren für eine akute Bronchitis bzw. häufigere Verläufe:
- Rauchen: Schädigt das Flimmerepithel der Bronchien, macht sie anfälliger für Infektionen
- Schlechte Luftqualität: Feinstaub, Schadstoffe in der Luft oder chronische Exposition (z. B. beruflich) irritieren die Atemwege
- Immungeschwächte Zustände: Menschen mit reduziertem Immunsystem (z. B. HIV, Chemo, chronische Krankheiten) sind häufiger betroffen
- Vorerkankungen der Atemwege: z. B. Asthma, COPD
- Witterung/Erkältungssaison: In kühlem, feuchtem Klima zirkulieren mehr respiratorische Viren
Die Infektion wird typischerweise tröpfchenweise (Husten, Niesen) übertragen. Kurzkontakt im Freien bei genügend Abstand führt selten zur Ansteckung – dichter Kontakt in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen ist eher problematisch. Gute Händehygiene und Hustenetikette mindern die Verbreitung der Viren.
Woran erkenne ich eine akute Bronchitis?
Die akute Bronchitis beginnt häufig mit unspezifischen Erkältungsanzeichen (Schnupfen, Kratzen im Hals, Abgeschlagenheit), gefolgt von Husten, der anfangs trocken und schmerzhaft sein kann. Typisch ist:
- Trockener Reizhusten in den ersten Tagen, begleitet von Hals- oder Brustschmerzen beim Husten
- Atemwegsreizung, Räuspern, Kratzen im Hals
- Mäßiges Fieber oder subfebrile Temperaturen (bis ~38 °C), aber nicht zwingend. Stärkeres Fieber kann auf Influenza oder eine bakterielle Komponente hindeuten
- Später produktiver Husten mit meist klarem, gelegentlich gelblichem Auswurf. Grünlich-eitriger Auswurf deutet auf Bakterien hin, ist aber nicht immer eindeutig
- Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen ähnlich wie bei Erkältungen
- Leichter Druck auf der Brust, ggf. Atemgeräusche (Giemen, Rasseln) bei Auskultation
Der Husten hält oft 1–2 Wochen an und bessert sich dann. Die Schleimhaut regeneriert sich langsam. Bei verschleppten oder komplizierten Verläufen kann es zu einer bakteriellen Superinfektion oder gar Ausweitung zur Lungenentzündung kommen (wenn das Alveolargewebe mitbeteiligt wird). Länger als 4 Wochen anhaltender Husten erfordert ärztliche Abklärung, da möglicherweise andere Ursachen (Asthma, Bronchiektasen, Tumor) vorliegen.
So wird die akute Bronchitis vom Arzt diagnostiziert
Meist genügt bei einer unkomplizierten akuten Bronchitis die klinische Beurteilung durch den Arzt (Anamnese, Auskultation). Typisch sind:
- Schnupfen, Halsschmerzen, trockener oder produktiver Husten
- Abhören (Auskultation) zeigt grobe Rasselgeräusche oder Giemen, aber meist keine Hinweise auf einseitige Infiltrate wie bei Pneumonie
- Kein deutlicher Nachweis in Bildgebung nötig bei unkompliziertem Verlauf
Ein Röntgen-Thorax wird bei Verdacht auf Komplikationen (Lungenentzündung) oder wenn Risikofaktoren (z. B. hohes Alter, Vorerkrankungen, starke Atemnot, hohes Fieber > 39 °C) vorliegen durchgeführt. Labortests wie CRP oder Procalcitonin können helfen, eine bakterielle Komponente abzuschätzen. Meist ist bei einer simplen viralen Bronchitis (ohne schwere Symptome) kein umfangreicher Test erforderlich.
Wichtig: Bei sehr heftigem Verlauf, Blut im Auswurf, ungewöhnlicher Hustenpersistenz >3–4 Wochen oder Risikopatienten sollte man genau differenzieren, ob nicht doch eine Pneumonie, ein atypischer Erreger (Keuchhusten) oder eine andere Ursache vorliegt.
Behandlung
Die akute Bronchitis heilt in den meisten Fällen spontan innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Eine spezifische medikamentöse Therapie (z. B. Antibiotika) ist nur selten nötig. Die Behandlung konzentriert sich auf symptomatische Linderung:
- Schonung, Ruhe und ausreichend trinken (2–3 Liter/Tag, wenn keine Herz-/Niereninsuffizienz vorliegt), um die Schleimhäute feucht zu halten und Schleim zu verflüssigen.
- Hustenstiller (Antitussiva) bei quälendem Reizhusten, vor allem abends (z. B. Dextromethorphan, Pentoxyverin). Sie sollten aber nur kurz eingesetzt werden (2–3 Tage), da produktiver Husten zum Abtransport von Schleim wichtig ist.
- Schleimlösende Mittel (Mukolytika): z. B. Acetylcystein, Ambroxol. Die Wirksamkeit ist teils umstritten, kann aber bei zähem Schleim helfen. Ggf. Inhalationen mit Kochsalzlösung oder ätherischen Ölen.
- Fiebersenkende Mittel (z. B. Ibuprofen, Paracetamol) bei hohem Fieber >39 °C oder starken Beschwerden.
- Inhalation/Wickel: Dampfinhalationen mit Salz oder Kamille können die Bronchialschleimhaut beruhigen und das Abhusten erleichtern. Warme Brustwickel lindern Reizungen.
- Hausmittel: Hühnersuppe, Kräutertees (Thymian, Salbei), Honig gegen Reizhusten. Genügend Schlaf.
Antibiotika sind nicht die Regel, da ~90% der akuten Bronchitiden viral bedingt sind. Bei Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion (hohes Fieber, eitriger Auswurf, CRP stark erhöht, Procalcitonin erhöht, Risikofaktoren) können Antibiotika (z. B. Aminopenicilline oder Makrolide) erwogen werden. Eine genaue Indikationsstellung ist entscheidend, um unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden.
Auch Bronchospasmolytika (z. B. Beta-2-Sympathomimetika) können bei starkem Bronchospasmus (pfeifende Atemgeräusche, Giemen) kurzfristig Erleichterung bringen, besonders wenn eine asthmatische Komponente vermutet wird. Kortison oder inhalative Steroide sind für die einfache akute Bronchitis meist nicht erforderlich, außer es gibt Vorerkrankungen (Asthma, obstruktive Bronchitis).
Verlauf, Folgen und Prognose
Eine unkomplizierte, virale akute Bronchitis heilt gewöhnlich innerhalb von 7–14 Tagen selbst aus. Der Husten kann aber noch 2–3 Wochen nachhustenartig anhalten, bis sich die Schleimhaut vollständig regeneriert hat. Fieber klingt oft nach wenigen Tagen ab (wenn überhaupt vorhanden). Komplikationen sind selten, können aber auftreten:
- Bakterielle Sekundärinfektion mit deutlicher Eiterbildung, hohem Fieber, eitrigem Sputum
- Pneumonie (Lungenentzündung), wenn Erreger tief in das Lungengewebe eindringen
- Exazerbation einer chronischen Lungenerkrankung (z. B. COPD, Asthma), verschlechterte Lungenfunktion
Prognose: Bei ansonsten gesunden jungen Menschen und guter Immunkompetenz ist die akute Bronchitis harmlos. Ältere, immunschwächere Personen oder Menschen mit Vorschäden der Lunge haben ein höheres Risiko, dass die Infektion schwerer verläuft oder in eine Pneumonie übergeht. In der Grippezeit (Influenza) kann es bei schwerem Verlauf auch akut lebensbedrohliche Folgen haben (z. B. virale Bronchitis, Lungenentzündung). Die Langzeitfolgen einer simplen Bronchitis sind jedoch selten. Langanhaltender Husten sollte immer ärztlich überprüft werden, um Tumorerkrankungen oder chronische Bronchitis auszuschließen.
Vorbeugung und Selbsthilfe
Infektionen der Atemwege sind nur begrenzt vermeidbar, aber man kann das Ansteckungsrisiko reduzieren und das eigene Immunsystem stärken:
- Händehygiene: regelmäßiges gründliches Waschen mit Seife, um Viren und Bakterien zu entfernen.
- Husten- und Niesetikette: in die Armbeuge statt in die Hand husten/niesen, Einmaltaschentücher rasch entsorgen.
- Räumlichkeiten lüften: frische Luft mindert die Konzentration von Krankheitserregern. In Büros oder Klassenräumen alle 1–2 Stunden Stoßlüften.
- Grippeimpfung: v. a. bei Risikogruppen (Ältere, chronisch Kranke), da eine Grippe die Bronchien massiv belasten kann und Folgeinfektionen begünstigt.
- Allgemeine Immunstärkung: ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, moderater Sport, ggf. Sauna oder Wechselduschen.
- Rauchstopp: Rauchen irritiert die Bronchien, macht sie anfälliger. Durch Rauchstopp weniger Infekte und schnelleres Abklingen von Bronchitis-Episoden.
Während einer akuten Bronchitis helfen Hausmittel wie Inhalation (Kochsalzdampf), reichlich Trinken (Tee, Wasser), Kopf warm halten (Kopfbedeckung draußen), feuchte Tücher im Raum (gegen trockene Heizungsluft) usw. Bei lang anhaltendem oder sehr starkem Husten (Atemnot, Schmerzen) sollte man den Arzt konsultieren. Ggf. kann man kurzfristig Hustenstiller anwenden, damit der Schlaf nicht gestört wird, aber tagsüber mit ausreichend Flüssigkeit und schleimlösenden Maßnahmen den Abtransport unterstützen.
Häufige Fragen (FAQ) zur akuten Bronchitis
Wie unterscheide ich Bronchitis von Lungenentzündung?
Die akute Bronchitis betrifft die Bronchialschleimhaut, typischerweise mit Husten als Hauptsymptom, ggf. leichteres Fieber, aber meist ohne starke Luftnot. Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) ist das Lungengewebe (Alveolen) mitbetroffen, es tritt oft hohes Fieber, stärkere Atemnot, einseitige Rasselgeräusche oder Schmerzen beim Atmen auf. Ein Röntgenbild zeigt bei Pneumonie Verschattungen. Bei reiner Bronchitis ist das Röntgen meist unauffällig. Die Krankheitsausprägung ist bei Pneumonie meist schwerer, mit deutlich erhöhten Entzündungswerten, etc.
Ist akute Bronchitis ansteckend?
Ja, Viren oder Bakterien, die die akute Bronchitis verursachen, sind übertragbar. Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder Schmierinfektion (z. B. über Gegenstände) sind möglich. Eine Person mit akuter Bronchitis – insbesondere in der Virusausscheidungsphase – kann Erreger an andere weitergeben, die dann ebenfalls eine Erkältung oder Bronchitis entwickeln. Gute Hygiene und Hustenetikette helfen, die Verbreitung zu reduzieren. Die Zeit der hohen Ansteckungsfähigkeit ist meist die ersten Tage (akute Erkältungsphase).
Brauche ich Antibiotika bei akuter Bronchitis?
In der Regel nein, da Viren die Hauptursache sind. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Bei unkomplizierter Bronchitis ohne hohe Entzündungswerte, mildem Verlauf und keinem Risikofaktor ist keine Antibiotikagabe indiziert. Nur wenn es konkrete Hinweise auf bakterielle Superinfektion (z. B. eitriger, grüner Auswurf, hohes Fieber, stark erhöhtes CRP, Immungeschwächte) gibt, kann ein Antibiotikum angebracht sein. Ein pauschales Verschreiben von Antibiotika fördert Resistenzbildung und hat Nebenwirkungen, daher sorgfältige Indikationsstellung.
Darf ich Sport machen bei akuter Bronchitis?
Im akuten Stadium (Fieber, starker Husten, allgemeine Schwäche) ist Schonung wichtig. Körperliche Anstrengung kann den Verlauf verschlimmern und das Herz-Kreislauf-System unnötig belasten. Leichter Spaziergang an frischer Luft ist meist okay, wenn kein hohes Fieber vorliegt. Intensive Sporteinheiten, Ausdauertraining oder Kraftsport sollte man erst wieder aufnehmen, wenn das Fieber weg ist und man sich deutlich fitter fühlt (idR nach 1–2 Wochen). Zu frühe Belastung birgt das Risiko von Herzmuskelentzündung oder Lungenkomplikationen.
Kann akute Bronchitis chronisch werden?
Eine einzelne akute Bronchitis wird nicht automatisch chronisch. Wenn jedoch wiederholt Bronchitiden auftreten, v. a. bei Rauchern, kann das zu einer Chronischen Bronchitis führen. Die Definition der chronischen Bronchitis ist Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens 3 Monaten pro Jahr in 2 aufeinanderfolgenden Jahren. Wer also ständig Reizhusten hat, sollte das ärztlich prüfen lassen, um eine COPD oder andere Lungenleiden auszuschließen. Eine akute Infektion, die länger als 4–6 Wochen anhält, sollte man erneut abklären – evtl. steckt ein anderes Problem dahinter (Asthma, Keuchhusten, Tumor, etc.).
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel zur akuten Bronchitis dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapieempfehlung. Wenn Sie über mehrere Tage hohen Fieber haben, Atemnot verspüren oder einen ungewöhnlich langen Husten (länger als 2–3 Wochen), sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Antibiotika sind nur in Ausnahmefällen indiziert, bitte besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wir übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der dargestellten Inhalte. – Ihr Gesundheitsteam