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Schlafapnoetherapie

Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr
– Arthur Schopenhauer –

Schnarchen – nur lästig oder gesundheitsgefährdend?

Schnarchen ist eine Volkskrankheit. Während im Alter von unter 20 Jahren weniger als jeder Zehnte schnarcht, sind mit zunehmendem Alter rund 60% der Männer und 40% der Frauen betroffen. Durch Vibration der erschlafften Rachenmuskulatur im Schlaf entsteht das störende Schnarchgeräusch. Schnarchen kann, bis auf dass es den Bettnachbarn stört, harmlos sein und muss nicht behandelt werden. Unregelmäßiges, lautes Schnarchen kann jedoch auf eine ernstzunehmende schlafbezogene Atmungsstörung (SBAS) hinweisen.

Schlafapnoe-Syndrom – wenn im Schlaf die Atmung aussetzt

Patienten, die an einer schlafbezogenen Atmungsstörung leiden (sog. „Schlafapnoe“), weisen wiederkehrende Atemstillstände aufgrund des Verschlusses der oberen Atemwege auf (>10/Stunde). Dadurch wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dieses wiederum führt zu häufigen Weckreaktionen als Selbstschutzmechanismus des Organismus und ein erholsamer Schlaf ist nicht mehr gegeben. In Folge dessen sinkt die Leistungsfähigkeit der Patienten während des Tages.

 

Eine unbehandelte Schlafapnoe kann schwerwiegende Folge- und Begleiterkrankungen nach sich ziehen wie z.B.:

  • Bluthochdruck
  • kognitive Störungen
  • Diabetes
  • Depressionen
  • erhöhte Schlaganfallneigung und
  • kardiale Erkrankungen.

Mit steigendem Alter nimmt, vor allem bei Männern, die Wahrscheinlichkeit an einer Schlafapnoe zu erkranken, zu. Bei der Schlafapnoe unterscheidet man zwischen einer obstruktiven und einer zentralen Apnoe.

Obstruktive Schlafapnoe

Vor allem Männer höheren Alters leiden an der obstruktiven Schlafapnoe. Frauen bleiben auf Grund einer anderen Anatomie im Halsbereich meist bis zur Menopause verschont. Danach sinken die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Zentrale Schlafapnoe

Eine besondere Form der schlafbezogenen Atmungsstörung stellt die zentrale Schlafapnoe (ZSA) dar. Diese besondere Form des Schlafapnoe-Syndroms tritt relativ selten auf. Bei der zentralen Schlafapnoe liegt eine Störung des Atmungsantriebs vor.

Die Wahrscheinlichkeit an zentraler Schlafapnoe zu leiden nimmt mit steigendem Alter zu. Jeder Vierte der über 60-Jährigen leidet unter dieser Form der schlafbezogenen Atmungsstörung. Sie ist meist eine Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auftrittswahrscheinlichkeit

Studien zu Folge sind ca. 17% der 50-70 jährigen Männer und 9% der 50-70 jährigen Frauen von mittleren bis schweren schlafbezogenen Atmungsstörungen betroffen. Bei den 30-49 jährigen Männern sind ca. 10% und bei den 30-49 jährigen Frauen ca. 3% betroffen. Diese Prävalenzzahlen sind in den letzten Jahrzehnten insbesondere in den Industrieländern stark gestiegen.

Schlafapnoetherapie

Die Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen wird mit Hilfe eines Flowgenerators, eines sogenannten CPAP/APAP Gerätes, durchgeführt. Der elektrisch betriebene Flowgenerator erzeugt einen kontinuierlichen Luftstrom, der mittels einer Nasen- oder Mund-/Nasenmaske unter Berücksichtigung eines individuell zu ermittelnden Druckes den oberen Atemwegen zugeführt wird. Dadurch werden diese oberen Atemwege pneumatisch geschient und die Kollabierung der Atemwege verhindert.

Die Therapie muss lebenslang verwendet werden und stellt derzeit den „Golden Standard“ bei Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörung dar. Je nach Schwere der Schlafapnoe bzw. deren Ausprägung, kommen verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Modi zur Anwendung (CPAP, APAP, Bilevel S, Bilevel ST, CS Systeme).

Ferner können bei Intoleranz der CPAP Therapie oder aber leichter Schlafapnoe folgende Therapien zum Einsatz kommen:

  • Lagerungsgürtel zur Verhinderung der Rückenlage
  • Unterkieferprotrusionsschienen
  • Nasenpflaster
  • Gewichtsreduktion
  • Neurostimulationsimplantate
  • HNO Operationen

Oben aufgeführte Alternativtherapien zur klassischen CPAP Therapie ist gemein, da diese selten zu einem Langzeiteffekt führen, sehr kostspielig sind oder keine ausreichende Evidenz aufweisen.
Insoweit ist und bleibt die CPAP Therapie der „Golden Standard“.